Die Cannabissorte Afghan
Der Name Afghan bezieht sich auf eine breitblättrige Indica-Sorte, die in den 1970er Jahren aus dem Nordwesten Afghanistans nach Kalifornien und in die Niederlande gebracht wurde. Die Sorte ist auch unter den Namen Afghani #1 oder Affie bekannt. In Afghanistan wird die Sorte Afghan hauptsächlich zur Herstellung von Haschisch angebaut. Die Einführung der Affie-Sorte aus Asien nach Kalifornien führte zur Indica-Invasion in Nordamerika. Diese von Hippies mitgebrachte Sorte wurde zur Grundlage vieler moderner Cannabissorten und gilt als Vorfahre fast aller modernen Indicasorten.
Affie wird geschätzt, weil sie bei Freilandkulturen Mitte Oktober geerntet werden kann. Sie zeichnet sich durch buschige Pflanzen mit einer Höhe von bis zu 2,5 Metern und einer großen Menge harziger Knospen aus. In Südkalifornien gibt es einen sehr seltenen, nicht-hybriden (nur als Klon erhältlichen) Phänotyp namens The Affie, der von der Firma DNA Genetics zur Herstellung der Sorte LA Confidential verwendet wurde. The Affie gilt als eine der besten Cannabissorten der Welt und als eine der wenigen echten Kush-Sorten.
Afghan – medizinische Anwendung
Marihuana aus der Affie-Sorte eignet sich hervorragend zur Schmerzlinderung und zur Entspannung. Afghan-basierte Produkte werden häufig auch Patienten mit Verdauungsproblemen verschrieben, sowie solchen, die an Appetitlosigkeit und Übelkeit leiden.
Da die Afghan-Sorten vorwiegend für die Haschischproduktion angebaut werden, produzieren qualitativ hochwertige Afghan-Pflanzen sehr viel psychoaktives Harz. Echte Afghans bilden schwere, stark riechende und klebrige Blütenstände. Die Affie zeichnet sich zusätzlich durch eine dichte Ansammlung von Trichomen aus, sogar an den kleineren Blättern. Aufgrund dieser hohen Harzdichte wird Affie im Vergleich zu anderen Sorten weniger beschnitten, um die Trichome nicht zu beschädigen.
In Afghanistan ist eine beliebte Methode des Marihuana-Konsums das Rauchen in einer großen Wasserpfeife, dem sogenannten „Hubble Bubble“. Die lokale Technik besteht darin, beim ersten Zug kräftig an der Pfeife zu ziehen, um die Lungen zu reinigen und die Bronchien zu erweitern, was bei Neulingen oft zu Hustenanfällen führt. Diese Methode vergrößert die Lungenoberfläche, was eine bessere Aufnahme ermöglicht. Der zweite Zug vervollständigt dann die Dosis. Die kommerzielle Produktion von Haschischöl wurde Mitte der 1970er Jahre in Afghanistan entwickelt, basierend auf Afghan-Sorten.
Afghan – Sorteneigenschaften
| TYP | Reine breitblättrige Indica |
| ART | Cannabis indica, Unterart afghanica |
| ANBAUBEGINN | Landrassensorte – ursprünglich für Haschischproduktion angebaut, vermutlich im 19. Jahrhundert entwickelt. Der erste Hinweis auf Afghani #1, #2 (sowie ihre purpurne Variante) und #3 erschien im Februar 1981 in einer Werbung der Samenbank Sacred Seeds im Magazin „High Times“. Diese war eines der ersten kommerziellen Unternehmen für Cannabissamen. |
| GENETISCHE HERKUNFT | Landrassensorte, wahrscheinlich aber ein Hybrid, da sie in den späten 1970er Jahren in den Westen (Vacaville, Kalifornien) kam. |
| ÄHNLICHE SORTEN | LA Confidential, Bubba Kush, Hindu Kush, Purple Afghani, AfPak |
| VERFÜGBARKEIT | Afghani #1 ist bei Sensi Seeds erhältlich, jedoch hat Sensi seine Version im Laufe der letzten Jahrzehnte durch Kreuzung mit einer genetisch unterschiedlichen afghanischen Sorte weiterentwickelt. Die Affie, ein einzigartiger Afghan-Phänotyp, ist weiterhin in Südkalifornien zu finden, wird jedoch nicht großflächig vertrieben. |
| ANBAUSCHWIERIGKEIT | Relativ gering. Afghan-Sorten, die sich an das gemäßigt trockene Klima Zentralasiens angepasst haben, sind wenig schimmelresistent. Deshalb ist die Klimakontrolle der Schlüssel zum Erfolg. Bei Freilandkulturen beginnt Afghani #1 in der dritten Oktoberwoche zu blühen. In Innenräumen beträgt die Blütezeit 55 Tage. |
| AROMEN | Afghan-Blüten haben einen charakteristischen „Skunk“-Geruch und würzige Aromen. Einige Phänotypen können wie frisch gerösteter Kaffee duften. Affies sind oft reich an den selten vorkommenden Terpenen Linalool und Alpha-Humulen. |
| GESCHMACK | Der Rauch von Afghani #1 hat einen herben, haschischartigen Geschmack mit würzigen und blumigen Noten und einer wahrnehmbaren Säure beim Verdampfen. Diese Sorte ist alles, nur nicht subtil. |
| STÄRKE | Rund 17 % THC, wobei einige Phänotypen über 20 % erreichen. Der CBD-Gehalt ist sehr gering. Einige Afghan-Phänotypen produzieren neben THC auch THCV. |
| WIRKUNGSDAUER | Abgesehen von THCV-produzierenden Phänotypen erzeugen Afghan-Sorten langanhaltende Effekte. |
| PSYCHOAKTIVITÄT | Ein stark auf den Körper wirkendes Rauschmittel. Diese breitblättrigen Cannabispflanzen waren verantwortlich für die Einführung des „Stone“-Effekts in die Cannabiswelt. Ironischerweise produzieren Affies viel weniger sedierenden Myrcen als viele der heute bekannten Indicasorten. Bevor die Afghan-Sorten in den Westen kamen, war Marihuana mit einem intellektuellen „High“ verbunden, das typisch für Sorten aus Mexiko, Thailand, Jamaika oder Kolumbien war. |
| ANALGESIE | Hervorragende Wirkung, mäßige Dosen reichen aus, um Schmerzen zu lindern. |
| MUSKELENTSPANNUNG | Hervorragend |
| DISSOZIATION | Starkes Ablenken von Gedanken, Gefühlen und Umgebung |
| ANREGUNG | Leichter stimulierender Effekt |
| SCHLÄFRIGKEIT | Starke beruhigende Wirkung |