Die Legalisierung von Marihuana und körperliche Aktivität
Der Stereotyp des “faulen Konsumenten” ist eines der häufigsten Vorurteile über Marihuana-Nutzer. Doch entspricht dieses Bild der Wirklichkeit? Eine neue Studie, veröffentlicht im Journal of Cannabis Research, zeigt, dass Marihuana-Konsumenten körperlich aktiver sind, insbesondere in Staaten, in denen Cannabis legal ist. Diese Ergebnisse könnten erheblichen Einfluss darauf haben, wie die Gesellschaft Marihuana und seine Konsumenten wahrnimmt.
Studie über die Auswirkungen von Marihuana auf die körperliche Aktivität
Eine Studie des Teams aus der Abteilung für öffentliche Gesundheit der Brigham Young University analysierte Daten des Behavior Risk Factor Surveillance System (BRFSS), das Gesundheitsinformationen von Erwachsenen in den USA sammelt. Die Forscher sammelten Daten von Personen ab 18 Jahren und konzentrierten sich auf die Zusammenhänge zwischen Marihuana-Konsum und körperlicher Aktivität in den Jahren 2016 bis 2022.
Die Ergebnisse zeigten, dass Menschen, die Marihuana konsumieren, in Staaten, in denen Cannabis sowohl für medizinische als auch für Freizeitnutzung legal ist, körperlich aktiver sind. Diese Korrelation war in Staaten, in denen Marihuana weiterhin illegal ist, nicht zu beobachten. Das deutet darauf hin, dass die Verfügbarkeit und Legalisierung von Cannabis Menschen zu einem aktiveren Lebensstil ermutigen können.
Wie die Legalisierung von Marihuana die körperliche Aktivität fördert
Die Legalisierung von Marihuana hatte einen erheblichen Einfluss auf die körperliche Aktivität der Konsumenten. In Staaten, in denen Cannabis legal ist, zeigte die Studie, dass Marihuana-Nutzer häufiger an sportlichen Aktivitäten wie Joggen, Radfahren oder Fitnessstudio-Training teilnehmen. Dies liegt zum Teil daran, dass Marihuana bei der Schmerzlinderung helfen kann, was insbesondere Menschen mit chronischen Beschwerden ermutigt, sich mehr zu bewegen.
Medizinisches Marihuana und Schmerzlinderung
Die Studie unterstreicht, dass Nutzer von medizinischem Marihuana Vorteile in Bezug auf Schmerzlinderung und die Reduktion von Entzündungen verspürten, wodurch sie körperlich aktiver sein konnten. Die Legalisierung ermöglichte ihnen den legalen Zugang zu Produkten, die ihre tägliche Aktivität unterstützen und ihre Lebensqualität verbessern.
Marihuana als Bestandteil eines aktiven Lebensstils
Obwohl viele medizinische Marihuana-Nutzer den Konsum nicht direkt mit körperlicher Aktivität in Verbindung bringen, sieht es bei Freizeitkonsumenten anders aus. Viele Nutzer berichten, dass sie Marihuana vor oder nach sportlichen Aktivitäten konsumieren, weil es ihnen hilft, sich besser zu konzentrieren, mehr Freude an der Aktivität zu haben und die Regeneration zu verbessern.
Der Trend der „High-Workouts“ in den USA
Ein aufkommender Trend in den USA ist das sogenannte “High-Workout”, also sportliche Aktivitäten, die unter dem Einfluss von Marihuana durchgeführt werden. Viele Nutzer berichten, dass Cannabis hilft, eine bessere Verbindung zwischen Körper und Geist zu erreichen, die Freude an der Aktivität zu erhöhen und durch besseren Schlaf und weniger Schmerzen die Regeneration zu fördern.
Expertenmeinung: Das Ende des Stereotyps des faulen Konsumenten
Paul Armentano, stellvertretender Direktor von NORML, kommentierte die Ergebnisse und betonte, dass “diese Schlussfolgerungen den langjährigen Stereotypen widersprechen, die Marihuana-Konsumenten als faul und apathisch darstellen.” Er hob hervor, dass solche Vorurteile nicht nur zur Stigmatisierung geführt haben, sondern auch dazu dienten, eine negative öffentliche Wahrnehmung von Marihuana zu schüren. Die neuen Erkenntnisse könnten die Grundlage für eine objektivere Debatte über den Einfluss von Marihuana auf den Lebensstil und die Gesundheit bilden.
Fördert Marihuana wirklich die körperliche Aktivität?
Die neuen Erkenntnisse aus den USA sind nicht die einzigen, die den Mythos des “faulen Konsumenten” widerlegen. Eine kanadische Studie zeigte ähnliche Ergebnisse: Junge Erwachsene, die Marihuana konsumierten, neigten nicht zu einem sitzenderen Lebensstil, sondern waren sogar oft körperlich aktiver.
Eine weitere Studie aus dem Jahr 2019 zeigte, dass Menschen, die Marihuana vor oder nach dem Training konsumierten, wöchentlich mehr sportliche Aktivitäten ausübten als diejenigen, die kein Cannabis konsumierten. Die Nutzer gaben an, dass Marihuana ihnen half, das Training mehr zu genießen, die Regeneration zu verbessern und Muskelschmerzen zu lindern.
Der Einfluss von Marihuana auf den “Runner’s High”
Der Konsum von Marihuana vor dem Training kann auch das “Runner’s High” verstärken. Viele Konsumenten berichten, dass Cannabis vor dem Sport hilft, die Konzentration und Intensität der Empfindungen während des Trainings zu steigern. Einige Studien zeigten, dass das Laufen unter dem Einfluss von Marihuana angenehmer sein kann, da Cannabis Schmerzen reduziert und die allgemeine Freude am Sport erhöht.
Zusammenfassung: Legalisierung von Marihuana und körperliche Aktivität
Neue Studien widerlegen die Stereotype über Marihuana-Konsumenten und zeigen, dass die Legalisierung von Cannabis zu einem aktiveren Lebensstil führen kann. Im Gegensatz zum Mythos des “faulen Konsumenten” deuten die Ergebnisse auf eine erhöhte körperliche Aktivität unter Marihuana-Nutzern in Staaten hin, in denen Cannabis legal ist. Diese Erkenntnisse könnten erheblichen Einfluss auf die Art und Weise haben, wie Marihuana, seine Konsumenten und die Gesetzgebung wahrgenommen werden.
Mit der steigenden Akzeptanz von Marihuana weltweit besteht die Möglichkeit, es als Bestandteil eines gesunden Lebensstils zu integrieren. Weitere Forschungen sind notwendig, um zu verstehen, wie Marihuana die körperliche Aktivität fördern und welche gesundheitlichen Vorteile es bringen kann. Möglicherweise wird Cannabis in einigen Jahren nicht nur als Entspannungsmittel dienen, sondern auch als Unterstützung für Sportler und aktive Menschen.