Neuropathie und Marihuana
Neuropathie ist eine neurologische Erkrankung, die die peripheren Nerven des Körpers betrifft. Es gibt viele Arten von Neuropathien, die verschiedene Nerven im gesamten Körper betreffen können. Die Ursachen der Erkrankung sind vielfältig, ebenso wie die Behandlungsmöglichkeiten. Häufig versagen konventionelle pharmakologische Methoden zur Schmerzlinderung. Immer mehr wird jedoch über die mögliche positive Wirkung von medizinischem Marihuana bei Neuropathien gesprochen.
Neuropathie – Krankheitsmerkmale
Die periphere Nervenkrankheit, auch Neuropathie genannt, ist eine zunehmend verbreitete Erkrankung, die mit dem Alter zunimmt. Neuropathien entstehen in der Regel durch Schäden an den Nerven des peripheren Nervensystems (welches Gehirn und Rückenmark ausschließt). Die häufigsten Symptome sind Schmerzen, Brennen, Kribbeln oder Taubheit in Händen und Füßen. Es gibt verschiedene Arten von Neuropathien. Eine davon ist die Mononeuropathie, bei der ein einzelner Nerv betroffen ist. Das bekannteste Beispiel hierfür ist das Karpaltunnelsyndrom. Polineuropathie hingegen betrifft viele periphere Nerven und kann mit Diabetes oder einer HIV-Infektion in Verbindung stehen.
Laut Studien sind etwa 30 % der Neuropathien auf Diabetes zurückzuführen, während für weitere 30 % keine Ursache gefunden werden kann, was die Behandlung erheblich erschwert. Zudem können bestimmte Therapien gegen Multiple Sklerose, Krebs (Chemotherapie) und HIV die Nerven schädigen und dadurch Neuropathien auslösen.
Zu den klinischen Merkmalen neuropathischer Schmerzen zählen Allodynie, also das Empfinden von Schmerzen ohne auslösende Reize, etwa durch Druck- oder Temperaturänderungen. Ein weiteres Merkmal ist die Hyperalgesie, eine übermäßige Schmerzempfindung auf Reize. Drittens wird Dysästhesie genannt, eine Gruppe schmerzhafter Empfindungen wie unangenehmes Kribbeln, Brennen, Taubheit, Kälte oder das Gefühl eines elektrischen Schlags.
Wirksamkeit von Marihuana bei Neuropathie
Viele Forscher betonen, dass medizinisches Marihuana bei der Behandlung verschiedener Neuropathieformen wirksam ist. Neueste Studien zeigen, dass CBD die Symptome neuropathischer Schmerzen, die durch Chemotherapie verursacht werden, lindern kann. Weitere Tests haben gezeigt, dass die Kombination von THC und CBD wirksam neuropathische Schmerzen behandeln kann, die auf andere Therapien nicht ansprechen.
Vorgeschlagene Wirkweise bei Neuropathie
Endocannabinoide, die in unserem Körper vorkommen, interagieren mit Cannabinoiden und Rezeptorsystemen, die an der Schmerzsignalvermittlung beteiligt sind. Pflanzliche Cannabinoide interagieren direkt mit diesen Rezeptoren, was das Geheimnis der schmerzlindernden Wirkung von Marihuana bei Neuropathie darstellt.
Neuropathie und Marihuana – Dosierung und Anwendung
Der Schlüssel zur effektiven Therapie der Neuropathie mit Cannabis-basierten Medikamenten liegt in der richtigen Dosierung. Eine gut abgestimmte Dosis sollte schmerzlindernd wirken, ohne Nebenwirkungen wie starke psychoaktive Effekte, Schläfrigkeit oder Schwindel hervorzurufen. Studien an Patienten mit Neuropathie haben gezeigt, dass selbst Dosen, die unterhalb der psychoaktiven Schwelle liegen, eine Schmerzlinderung bewirken können. Daher kann man vermuten, dass medizinisches Marihuana in viel niedrigeren Dosen wirksam sein kann als die üblicherweise zu therapeutischen Zwecken verwendeten. Es laufen weiterhin Studien, um zu ermitteln, wie klein die Dosis sein kann, um den gewünschten schmerzlindernden Effekt zu erzielen. Dies könnte die Bedenken gegenüber der medizinischen Marihuanatherapie verringern.
Marihuana zur Behandlung von Neuropathie kann auf verschiedene Arten eingenommen werden:
- Oral: Marihuana kann bei neuropathischen Schmerzen sowohl in Form von Präparaten zum Einnehmen als auch sublingual (unter der Zunge) oder über die Mundschleimhaut aufgenommen werden. Der Vorteil dieser Methode ist die Schmerzlinderung, die 4 bis 6 Stunden nach der Einnahme anhält.
- Verdampfen und Rauchen: Beide Methoden sind bei Neuropathien wirksam und haben den Vorteil, dass sie schnell wirken. Zudem ist die Dosierung einfach zu handhaben.
Geeignete Chemotypen und beliebte Marihuanasorten bei Neuropathie
Bei der Behandlung von Neuropathie können sowohl THC-reiche als auch CBD-reiche Chemotypen eingesetzt werden. Die schmerzlindernde Wirkung von Sorten, die geringe Mengen an CBG enthalten, kann noch stärker sein. Zu den häufigsten Sorten, die bei Neuropathie eingesetzt werden, gehören Pincher Creek, Bubba Kush, Harlequin und Cannatonic.