White Widow: Wirkung, Genetik und Anbau
White Widow ist eine der bekanntesten Cannabissorten der Welt und bis heute der Maßstab für harzreiche Hybriden. Diese Seite fasst zusammen, was die Sorte ausmacht: Wirkung, Genetik, Geschmack und worauf es beim Anbau ankommt.
White Widow ist die erste Sorte aus der von Scott Blakey kreierten weißen Familie der Cannabissorten. Zu der Zeit, als sie entstand, arbeitete Blakey bei Green House Seeds in Amsterdam, bevor er enttäuschte Kollegen verließ, um unter dem Namen Mr. Nice sein eigenes Unternehmen zu gründen. White Widow ist eine sehr starke Kreuzung aus einer brasilianischen Sativa und einer südindischen Hybride afghanischer und indischer Sorten. 1995 gewann sie den von „High Times“ organisierten Cannabis Cup, und ihre Nachfolger, die ebenfalls zur weißen Familie gehören, triumphierten ebenfalls in diesem prestigeträchtigen Wettbewerb.
Wirkung von White Widow
Die Wirkung von White Widow beginnt schnell und deutlich zerebral: ein klarer, anregender Einstieg, der nach wenigen Minuten in eine schwere, körperliche Entspannung übergeht. Genau dieser Zweischritt hat die Sorte berühmt gemacht — sie wirkt weder rein aufputschend noch ausschließlich sedierend.
Verantwortlich dafür ist das Terpenprofil: Myrcen dominiert und bringt die entspannende, leicht schläfrig machende Komponente mit, unterstützt von Limonen, Pinen und Beta-Caryophyllen. Der THC-Gehalt liegt bei den meisten Varianten über 20 %, der CBD-Anteil ist gering. Wegen des hohen Myrcen-Anteils ist White Widow eher eine Sorte für den Abend als für den Arbeitstag.
Geschmack und Aroma
White Widow riecht süßlich nach Skunk, mit balsamischen Noten und einem Hauch Ananas. Im Geschmack ist sie süß und haschischartig. Auffällig ist der Humulen-Anteil — dasselbe Terpen, das auch Hopfen prägt, weshalb Kenner die Sorte oft blind erkennen. Das volle Aroma zeigt sich allerdings nur bei sauberem Spülen und sorgfältigem Aushärten; nachlässig angebaute White Widow verliert genau diese Nuancen.
Anbau: Blütezeit, Ertrag und Schwierigkeit
White Widow gilt als mittelschwer im Anbau — robust genug für ambitionierte Einsteiger, aber empfindlich genug, dass Fehler beim Trocknen sichtbar werden. Sie wächst indoor wie outdoor und verzeiht auch kühlere, feuchtere Klimazonen.
| Blütezeit | Feminisiert: 8–9 Wochen · Autoflowering: rund 9 Wochen ab Keimung |
| Höhe | Autoflowering: 70–110 cm · Feminisiert: deutlich höher, indoor steuerbar |
| Ertrag | Je nach Variante und Bank unterschiedlich; XXL-Selektionen liegen am oberen Ende |
| Anbauschwierigkeit | Mittel |
| THC | meist über 20 % |
| Dominante Terpene | Myrcen, Limonen, Pinen, Beta-Caryophyllen, Humulen |
In Deutschland ist der private Anbau von bis zu drei Pflanzen für Erwachsene nach dem KCanG erlaubt, sofern sie für Minderjährige unzugänglich sind. Wer zum ersten Mal anbaut, findet die Grundlagen im Leitfaden Gras anbauen Schritt für Schritt.
Welche White Widow Variante passt zu dir?
White Widow gibt es als feminisierte, automatische und reguläre Variante — der Unterschied entscheidet mehr über deinen Grow als die Bank, bei der du kaufst.
- Feminisiert — du bestimmst, wann die Blüte beginnt, und damit die Größe der Pflanze: die klassische White Widow.
- Autoflowering — blüht zeitgesteuert ab Tag eins, kompakt und schnell, ideal für kurze Sommer und kleine Räume: White Widow Auto sowie White Widow Auto von FastBuds.
- Regulär — für Züchter, die selbst selektieren und eigene Mutterpflanzen ziehen wollen.
Eine Übersicht aller Varianten verschiedener Samenbanken findest du unter White Widow Samen kaufen.
White Widow im Überblick
| TYP | Breitblättrige Hybride |
| ART | Cannabis indica, Sorte braziliana x afghanica |
| ANBAUBEGINN | Etwa 1994 |
| GENETISCHE HERKUNFT | Männliche afghanische Pflanze aus dem indischen Bundesstaat Kerala x brasilianische Sativa-Mutter |
| ÄHNLICHE SORTEN | White Rhino, Great White Shark |
| VERFÜGBARKEIT | White Widow ist bei Green House Seeds erhältlich, während Black Widow, eine Kreuzung ähnlicher Sorten, bei Mr. Nice gekauft werden kann. Es gibt auch eine automatische Sorte von Pan Pestka Crew, White Widow Auto. |
| ANBAUSCHWIERIGKEIT | Mittel. White Widow wurde und wird mit unterschiedlichem Erfolg von vielen Amateuren angebaut. Bevor man sich für ihren Anbau entscheidet, sollte man fachlichen Rat einholen. |
| AROMEN | Süßer „Skunk“-Duft, mit balsamischen und ananasartigen Noten. Um das richtige Aroma zu erhalten, ist es wichtig, die Pflanzen gründlich zu spülen und beim Aushärtungsprozess keine Fehler zu machen. Nachlässig angebaute White Widow riecht eher nach Kartoffeln als nach Marihuana. |
| GESCHMACK | Diese Sorte bietet einen süßen, haschischartigen Geschmack, aber um diesen wirklich zu genießen, muss man perfekt angebaute Pflanzen haben. Das ist bei White Widow nicht einfach. Diese Sorte enthält Humulen, einen der Hauptterpene, die im Hopfen vorkommen. Humulen ist ein starkes Aromamittel, das leicht zu erkennen ist. |
| POTENZ | Starker, intensiver Sativa-Einstieg, kombiniert mit einem kraftvollen körperlichen Rausch, typisch für Indica. Der THC-Gehalt dieser Sorte überschreitet oft 20%. Was die Terpene betrifft, dominiert Myrcen, unterstützt durch Limonen, Pinene und Beta-Caryophyllen. |
| DAUER DER WIRKUNG | Lang anhaltend |
| PSYCHOAKTIVITÄT | Hervorragende, psychoaktive Gehirneffekte, die sich schnell in körperliche Wirkungen umwandeln. |
| SCHMERZLINDERUNG | Aufgrund des hohen THC- und Myrcen-Gehalts ist White Widow ein gutes Schmerzmittel. |
| MUSKELENTSPANNUNG | Mäßig |
| DISSOZIATION | Mäßig bei höheren Dosen |
| ANREGUNG | Geringe Anregung, obwohl White Widow zu Beginn einen starken „Kopfeffekt“ haben kann. |
| SCHLÄFRIGKEIT | Der hohe Myrcen-Gehalt kann Schläfrigkeit verursachen. Dies sollte bei der Anwendung während des Tages berücksichtigt werden. Erwähnenswert ist auch, dass diese Sorte Marihuana Übelkeit und Angstgefühle lindert. |
Der Anbau von Cannabis für Samenbanken ist für den Züchter eine große Herausforderung. Deshalb bleibt es nach wie vor ein großes Problem, einen Cannabis-Spezialisten zu finden und langfristig zu halten. Missverstandene und unterschätzte Meister geben ihre undankbare Arbeit oft auf, so wie der erwähnte Scott Blakey von Green House Seeds. Nach der Schaffung der Sorte White Widow verließ er Green House und gründete zusammen mit neuen Partnern, darunter Nile Shoenmaker und Howard Marks, Mr. Nice.
Häufige Fragen zu White Widow
Der THC-Gehalt liegt bei den meisten White-Widow-Varianten über 20 %, bei einzelnen Selektionen noch höher. Der CBD-Anteil ist gering. Damit zählt sie zu den starken, aber nicht extremen Sorten.
White Widow ist eine Hybride aus einer brasilianischen Sativa und einer südindischen Indica-Linie afghanischer Herkunft. Der Einstieg wirkt sativabetont, die Nachwirkung indicabetont.
Feminisierte White Widow blüht rund 8 bis 9 Wochen. Die automatische Variante ist etwa neun Wochen nach der Keimung erntereif, unabhängig vom Lichtzyklus.
Die Sorte gilt als mittelschwer. Sie wächst robust und verzeiht Klimaschwankungen, reagiert aber empfindlich auf Fehler beim Spülen und Aushärten. Für einen ersten Grow ist die automatische Variante die einfachere Wahl.
Süß und haschischartig, im Duft skunkig mit balsamischen und ananasartigen Noten. Das enthaltene Humulen sorgt für die typische, an Hopfen erinnernde Note.